Die systemische Paartherapie beschäftigt sich mit Konflikten und Störungen, die in der Beziehung zweier Menschen aufgetreten sind und anhalten. Dabei versteht der systemische Therapieansatz ein Paar nicht nur als die Summe zwei unterschiedlicher und komplexer Individuen, sondern vielmehr als ein eigenes System. Dieses folgt bestimmten inneren Regeln, ohne dass diese den Beteiligten bewusst sein müssen.
Die Schwierigkeiten, Konflikte oder Missverständnisse, die das System „Paar” –nach innen, wie nach außen– betreffen, zeigen ein immens großes Spektrum von z. T. sehr unterschiedlichen Themenbereichen, in denen Probleme auftreten können. Häufig betreffen sie allerdings eine gestörte, zunehmend eingeschränkte Kommunikation zwischen den Partnern. Konflikte entwickeln sich wegen unterschiedlicher Wertsysteme, aber auch wegen Geld. Sehr oft haben Paarthemen mit Sexualität, Eifersucht und divergierenden Lebenszielen zu tun, unter Umständen auch mit Macht und Führungsansprüchen etc.
Die häufigste Ursache für ernste Störungen in der Balance und im Zusammenspiel zweier Menschen besteht in der (oft schleichenden und bisher unbemerkten) Veränderung des Austausches über Gedanken und Gefühlen. Obwohl zwei Menschen die gleiche Sprache sprechen, erleben und verhalten sie sich so, als verstünden sie den anderen nicht oder nur unzureichend. Jeder erlebt den Anderen, als habe der begonnen, eine unbekannte neue Sprache zu sprechen, wo alles bisher Bekannte eine neue Bedeutung bekommen hat.
Die Fragen wie Antworten, was dies im Konkreten bedeutet, wie es dazu gekommen ist und welche Mechanismen eine Rolle spielen, aber auch wie sich eine sinnvolle Veränderung gestalten müsste, sind wichtige Ansatzpunkte, mit denen sich die systemische Paartherapie auseinander setzt.